Samstag, 20. Oktober 2018
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Jahreshauptversammlung 2017


 

Löderburg: Das besondere an der Ortswehr Löderburg ist ihre Einsatzbereitschaft täglich über 24 Stunden. Das ist sogar in ganz Sachsen-Anhalt selten, weil die Einsatzkraft gerade wochentags zu Arbeitszeiten oft zu gering ist.

69 Kameraden hat die Ortswehr Löderburg. Im Vergleich zum Vorjahr sind das zwei weniger. 37 davon haben sich 2016 in mindestens 40 Stunden weitergebildet - dies ist die Voraussetzung, um als „aktiver Kamerad“ zu gelten. Weiterhin gehören sieben Alters- und ein Ehrenkamerad sowie 14 Mitglieder in der Jugendwehr dazu. Drei davon sind befähigt, Verbandsführer zu sein, drei Gruppenführer, 19 Truppenführer.

36 Einsätze waren 2016 abzuleisten. 20 Brände, 13 Hilfeleistungen, 2 Fehlalarme und eine Übung. Im Durchschnitt war man dabei 1,7 Stunden mit 13 Kameraden unterwegs und legte insgesamt über 500 Kilometer in den Fahrzeugen zurück. Im Vergleich zu 2015 waren das etwas weniger Brände und halb so viele Hilfeleistungen.

Ein Einsatz, der die Kameraden bei 30 Grad Sommerhitze besonders fordert, war im vergangenen Jahr der Häckslerbrand am Ortsrand von Löderburg-Lust am 15. September.

Foto: Falk Rockmann


Besonders schwerwiegende Einsätze waren 2016 zeitgleich drei Containerbrände in Löderburg oder der Großbrand eines leerstehenden Hauses in Atzendorf.

Der Leiter der Jugendwehr Steffen Schulz, der von sieben Betreuern unterstützt wird, berichtete von drei Neuzugängen, die demnächst in die Jugendwehr eintreten werden. Die Jugend hat 2016 48 Dienste absolviert und konnte sich über ganze 180 Stunden Freizeitgestaltung freuen, vom Kinoabend bis zum Zeltlager.

15 450 Euro investiert

Wolfgang Kaufmann erkläret als Vertreter der Stadtverwaltung, man habe in 2016 15 450 Euro in die Löderburger Ortswehr in Ausstattung und Technik investiert. Größte Summen waren dabei um die 5000 Euro für eine Wärmebildkamera oder rund 6000 Euro für neue Spinde.

Demnächst werden neuer Fußboden in den Umkleideräumen des Gerätehauses gelegt und die Wände durch die Kameraden frisch gestrichen.

Aktive fehlen

Auch in Löderburg treiben Wehrleiter Frank Müller die Fragen um, die alle Ortswehren beschäftigen: Es fehlt immer mehr an aktiven Kameraden, an Erwachsenen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit aufspringen, auf Arbeit alles liegen lassen oder nachts ihre Familie verlassen, um selbstlos Gefahr von anderen abzuwenden. Angesichts einer vorgeschriebenen dreijährigen Ausbildung vor dem aktiven Dienst, erklärte Frank Müller: „Sagen Sie mir, wo ich die Leute herkriege, die diese lange Prozedur heutzutage mitmachen?“ Auch er forderte, wie andere Ortswehrleiter in diesem Jahr auch, konkrete Konzepte von der Stadt Staßfurt, um den aktiven Dienst bei der Feuerwehr wieder attraktiv zu machen, Vergünstigungen oder Belohnungen aufzulegen, Probleme mit den Arbeitgebern, wenn der Kamerad kurzfristig die Arbeitsstelle zum Einsatz verlassen muss, abzufangen und psychologische Unterstützung für die Kameraden bei schwerwiegenden Einsätzen bereitzustellen. Frank Müller: „Was Vergünstigungen für Feuerwehrleute angeht, sind uns andere Landkreise einen Schritt voraus.“

Frank Müller resümierte außerdem: Die Fahrzeuge der Löderburger Wehr seien in einem sehr guten Zustand. Die Kameraden hatten 2016 56 Dienstabende, an denen durchschnittlich 21 aktive Männer und Frauen teilnahmen, absolviert. Im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsgewinnung nahmen die Ortswehr und ihre Jugendabteilung auch 2016 an öffentlichen Veranstaltungen teil, vom Osterfeuer in Löderburg bis hin zum Dorffest in Athensleben. Hydranten in Löderburg und Staßfurt wurden geprüft und aufwendigen Tests unterzogen.

Demnächst steht bei der Ortswehr Löderburg ein Frühjahrsputz im Gerätehaus an. Hierbei betonte Frank Müller, dass es nicht ideal sei, dass die Kameraden wertvolle Übungsstunden verlieren, weil sie das Gebäude selbst reinigen müssten.

Dass die Löderburger wie alle Kameraden bei der Feuerwehr für ihre ehrenamtliche Arbeit große Anerkennung genießen, zeigten einmal mehr die Worte des Oberbürgermeisters Sven Wagner, der Ortsbürgermeisterin Elvira Bartsch und des Stadtwehrleiters Tobias Schumann. Eine Kleiderkammer für alle Kameraden der Stadt, eine Arbeitsgruppe zur Feuerwehr sowie ein gemeinsamer Feuerwehrball im September sind nächste Vorhaben.